530 PS unter der Motorhaube, beeindruckende 315 km/h Höchstgeschwindigkeit, sechs Zylinder, zwei Turboloader, 3,8 Liter Hubraum, Allradantrieb – nein, es handelt sich nicht um die Zahlen der neuen Porsche-Generation. Der Nissan GT-R kostet nur gut 90.000 Euro und bietet dafür die Fahrleistungen eines Porsche 911 Turbo – fühlt sich das beim Fahren auch so gut an, wie es klingt?
Viele Auto-Fans werden sehr kritisch sein: Der Autobauer Nissan ist nicht gerade für Sportwagen und satte Leistungen bekannt. Auch das Vorgänger-Modell des GT-Rs mit 485 PS aus dem Jahre 2007 wurde nur sehr mäßig am Markt aufgenommen, obwohl es eigentlich keine Schwachstelle gab. Auch seine Rundenzeiten bei Rennen auf dem Nürnburgring wurden weder vom Porsche 911 Turbo, noch vom vergleichbaren Audi R8 unterboten. Hier hat Nissan also ein großes Image-Problem, was den Verkauf vom GT-R sehr erschwert.
Lediglich etwas mehr auf den Rippen hat der Flitzer aus dem Hause Nissan als die bereits erwähnten Konkurrenten: 1.815 Kilogramm stehen hier dem Porsche mit 1.585 kg gegenüber. Doch trotz der knapp 400 Kilo mehr reagiert der Nissan perfekt und liegt sicher auf der Straße. Von Null auf Hundert geht es in unglaublichen 3,1 Sekunden, sogar 0,2 Sekunden schneller als beim Porsche 911 Turbo S. Durch den Allradantrieb und guter elektronischer Steuerung verliert der Nissan auch beim schnellen Durchfahren von Kurven oder unmittelbarer Beschleunigung beim Ausfahren aus einer Kurve kaum an Präzision und Bodenhaftung.
Die mehr als 80.000 Euro Unterschied, die zwischen dem Sportwagen aus dem Hause Porsche und Nissan liegen, lassen sich also in Sachen Fahrdynamik nicht annähernd spüren. Problematischer wird das schon im Alltagsverkehr, wo der Nissan erheblich schwerfälliger und unausgewogener daher kommt. Sein Getriebe ruckelt im Stadtverkehr unharmonisch, der Normalverbrauch ist kaum unter 15 Liter zu halten – hier machen sich seine knapp 400 kg mehr doch bemerkbar. Dennoch könnte der Nissan GT-R eines Tages zur ernsthaften Konkurrenz für Porsche werden – sollte sich bis dahin herumgesprochen haben, dass Nissan auch gute Sportwagen bauen kann…




