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Autobauer Audi gab vergangenen Donnerstag seinen Einstieg in die Windenergie bekannt. “Wir müssen Mobilität ganzheitlich ins Gleichgewicht bringen”, erklärt Vorstandschef Rupert Stadler. Damit will er “eine neue Haltung prägen, für die unser ganzes Unternehmen steht”. Das Engagement, das Audi aufbringt, ist jedoch überschaubar: Die Beteiligung am Bau von vier Offshore-Windrädern in der Nordsee. Sie sollen fürs Erste den Stromverbrauch aller Audi-Elektrofahrzeuge decken. Eine leicht zu bewältigende Aufgabe: Audi hat noch gar keine Elektroautos im Handel.
Ende 2012 soll jedoch ein Modell mit der Bezeichnung R8 e-tron auf den Markt kommen, ein stromgewaltiger Supersportwagen, der seine Kraft von einer 550 Kilo schweren Batterie bezieht. Die 50.000 Euro teure Batterie kostet gut ein Drittel des angestrebten Fahrzeugpreises und füllt große Teile der Karosserie aus. Allerdings versorgt sie den Wagen bei einer Fahrt mit voller Leistung (313 PS) nur für gut zehn Minuten mit Strom.
Der zu erwartende Absatz wird sich also in Grenzen halten, aber Franciscus van Meel, Leiter der Elektromobilitätsstrategie bei Audi, sieht in dem Wagen auch weniger ein Transportmittel als ein “Leuchtturm-Kompetenz-Aufbauprojekt” – was auch immer er damit sagen will. Jedenfalls will er hinsichtlich Elektrofahrzeugen “die Führungsrolle” übernehmen.
Allerdings bereiten BMW und Mercedes bereits Serienanfertigungen vor, während die VW-Tochter noch in der Experimentierphase steckt. Konzepte, die andere Hersteller schon verworfen haben, werden von Audi noch mal neu aufgerollt. Der Dachkonzern VW billigt das Projekt knurrig, denn auch an dem Allrad Antrieb “quattro” wurde einst gezweifelt. Genauso werde e-tron sich – laut Audi-Chef Stadler – zu einem Gattungsbegriff entwickeln und “der Elektrifizierung der Zukunft ein emotionales Gesicht geben”. Doch anders als bei früheren Audi-Projekten zeichnet sich kein überzeugendes Produkt ab, sondern eine Marke, die der Entwicklung hinterher hängt.






